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Der Hochzeitsknigge...
Spezielle Benimmregeln für Hochzeiten gibt es heute kaum noch, dennoch gilt es für Brautpaar und Hochzeitsgäste, einige Punkte bezüglich der Etikette zu beachten.
...FÜR DAS BRAUTPAAR
Vor der Hochzeit:
• Einladungen: Auch wenn wahrscheinlich die meisten Gäste den Umgang mit Email, SMS & Co. beherrschen, sollte die Einladung zu diesem besonderen Ereignis schriftlich auf Papier erfolgen. Stilvoll gestaltete Karten stimmen Ihre Gäste bereits vorab auf Ihr Fest ein. Versenden Sie die Einladungen so früh wie möglich, um sicher zu gehen, dass den Empfängern genug Zeit bleibt, sich auf die Hochzeit vorzubereiten und ggf. ihre Anreise zu organisieren.
• Sitzordnung: Achten Sie bei der Sitzordnung darauf, keine frisch verliebten Paare zu trennen und fremdsprachige Gäste so zu platzieren, dass sie mit Bekannten und Verwandten zusammensitzen, die ihre Sprache beherrschen. Traditionell sitzt die Braut rechts neben ihrem Bräutigam. Am Brauttisch, der sich möglichst zentral im Saal befinden sollte, nehmen außerdem die Eltern von Braut und Bräutigam und/oder die Trauzeugen Platz.
• Geschenkwünsche: Sollten Sie eine Geschenkliste, einen Geschenktisch im Kaufhaus oder eine Online-Wunschliste führen, geben Sie dies in der Einladung an. Auch wenn Sie Geldpräsente bevorzugen, weisen Sie freundlich darauf hin.
• Dresscode: Teilen Sie Ihren Gästen bereits in der Einladung mit, welche Kleidung erwünscht ist. Formulieren Sie den Dresscode möglichst eindeutig, um zu vermeiden, dass sich Gäste nicht angemessen gekleidet fühlen.
• U.A.w.g.: Um Antwort wird gebeten. Nennen Sie Ihren Gästen ein Datum, bis wann Sie eine verlässliche Rückmeldung brauchen, wer zu Ihrem Fest kommen wird. Im Idealfall ergänzen Sie die Einladung um eine frankierte Antwortkarte, die Ihre Gäste nur noch ausfüllen müssen.
• Catering: Bereiten Sie ein besonderes Menü für Kinder, Vegetarier oder Allergiker vor. Wenn Sie Ihre Gäste mit der Antwortkarte zur Einladung nach dem Bedarf an Spezialmenüs fragen, können Sie optimal planen.
Am Hochzeitstag:
• Begrüßung: Wenn Sie Ihre Gäste vor der Trauung nicht persönlich empfangen, bitten Sie enge Verwandte oder Freunde, ihnen den Weg zu ihren Plätzen zu zeigen. Sprechen Sie im Laufe der Feier jeden Gast persönlich an. Danken Sie Ihren Gästen für ihr Kommen und ihre Glückwünsche.
• Programm: Lassen Sie keine langen Pausen im Programm entstehen, in denen Ihre Gäste sich selbst überlassen sind. Sollten Sie Ihr Fest verlassen, um zum Beispiel den Termin mit Ihrem Fotografen wahrzunehmen, so kümmern Sie sich vorab darum, dass Ihre Gäste während dieser Zeit gut unterhalten werden und Ihre Abwesenheit nicht negativ auffällt.
• Kleine Pannen: Selbst wenn trotz perfekter Vorbereitung etwas schief gehen sollte, bleiben Sie ruhig. Ein kleines Missgeschick werden Ihre Gäste kaum bemerken. Wenn Sie sich ärgern, verderben Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihren Gästen die Freude an Ihrem Fest.
• Danksagung: Lassen Sie Freunde und Verwandte wissen, dass Sie sich über Ihre Unterstützung freuen. Danken Sie Ihren fleißigen Helfern in Form einer Widmung im Kirchenheft oder mit einer kurzen Rede.
• Abschied: Obwohl Sie an diesem Tag als Gastgeber auftreten, müssen Sie als Brautpaar nicht bis zum Schluss bleiben, wenn Sie dies nicht möchten. Beauftragen Sie Ihren Zeremonienmeister anzukündigen, dass Sie das Fest verlassen. Es wird nicht erwartet, dass Sie sich von jedem Gast persönlich verabschieden.
Nach der Hochzeit:
• Danke: Versenden Sie Danksagungskarten an all Ihre Gäste und ergänzen Sie den gedruckten Text um ein paar persönliche Worte, in denen Sie auf das Geschenk oder einen besonderen Moment der Feier, an dem der jeweilige Gast beteiligt war, eingehen.
...FÜR DIE GÄSTE
Vor der Hochzeit:
• Rückmeldung: Geben Sie dem Brautpaar so früh wie möglich, spätestens aber bis zum in der Einladung genannten Termin Bescheid, ob Sie an der Hochzeit teilnehmen werden. Geben Sie auch dann Bescheid, wenn Sie nicht kommen können. So erleichtern Sie dem Brautpaar die Planung.
• Dresscode: Beachten Sie den Hinweis auf die Kleiderordnung in der Einladung. Gibt es keinen Vermerk darüber, welcher Dresscode erwünscht ist, orientieren Sie sich am Stil des Festes. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich darüber, wie sich das Brautpaar kleiden wird. Es gilt, dieses auf keinen Fall in Auffälligkeit oder Eleganz zu übertreffen.
• Geschenke: Orientieren Sie sich an den in der Einladung notierten Geschenkwünschen und versehen Sie Ihr Präsent mit einer Karte. Häufig werden die Geschenke auf einem speziell dafür vorgesehenen Tisch gesammelt und erst am nächsten Tag geöffnet. Mit der Karte gehen Sie sicher, dass Ihr Geschenk zugeordnet werden kann.
Am Hochzeitstag:
• Pünktlichkeit: Kommen Sie auf jeden Fall pünktlich, eher ein bisschen zu früh. So bleibt Ihnen genug Zeit für kurze Gespräche mit anderen Gästen. Vor allem, wenn Sie Aufgaben während des Festes übernehmen, ist ein frühes Erscheinen ratsam.
• Erreichbarkeit: Am besten schalten Sie Ihr Mobiltelefon während der gesamten Feierlichkeiten ab oder zumindest stumm. Schließlich möchten Sie nicht, dass Ihr Handy während des Ja-Worts klingelt. Auch Vibrationsgeräusche sind in diesem Moment unerwünscht.
• In der Kirche: Kommen Sie auf jeden Fall etwas früher. Es ist nahezu unmöglich, die Kirche lautlos zu betreten, falls Sie zu spät sind. Werden Sie nicht zu einem bestimmten Platz geführt, gelten folgende Regeln: Den Eltern, Trauzeugen, Brautjungfern sowie den engsten Verwandten sind die ersten Reihen vorbehalten. Weniger enge Bekannte nehmen weiter hinten Platz. Handelt es sich um eine Trauung einer Konfession, die der Ihren entspricht, beteiligen Sie sich rege am Gottesdienst. Sind Sie mit den Gepflogenheiten nicht vertraut, zeigen Sie Respekt, indem Sie aufstehen und sich setzen, wenn die Gemeinde dies tut.
• Gratulieren: Sprechen Sie dem Brautpaar, den Eltern der Braut sowie den Eltern des Bräutigams Ihre Glückwünsche aus. Sind Sie bislang nicht miteinander bekannt, stellen Sie sich vor und erklären Sie kurz, in welchem Verhältnis Sie zum Brautpaar stehen.
• Dresscode: Herren behalten Jacket und Krawatte oder Fliege so lange an, bis der Bräutigam diese ablegt. Erst dann dürfen sie sich luftiger kleiden.
• Abschied: Verlassen Sie das Fest nicht, bevor die Hochzeitstorte angeschnitten wird. Sollten Sie früher aufbrechen müssen, kündigen Sie dies möglichst schon mit Ihrer Zusage an. Verabschieden Sie sich auf jeden Fall persönlich vom Brautpaar und den Eltern von Braut und Bräutigam. Bedanken Sie sich für die Einladung und loben Sie die gelungene Organisation und perfekte Vorbereitung der Feier.
Foto: Shutterstock
(Ausgabe 03/11)
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