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Das perfekte Hochzeits-Outfit

Der Herrenausstatter Abaci ist in Frankfurt eine der angesagtesten Shopping-Adressen, wenn es um den perfekten Anzug für den Herrn geht.

Im Interview verrät Inhaber Cem-Mustafa Abaci, was der Bräutigam beachten sollte, wenn es darum geht, das optimale Outfit für den schönsten aller Tage auszuwählen.

Wann beginnt man mit der Suche nach dem Hochzeitsanzug?
Es kommt ganz darauf an, ob man sich für einen Anzug „von der Stange“ oder einen maßgefertigten entscheidet. Die Vorlaufzeit bei einer Maßanfertigung sollte auf keinen Fall zwei Monate unterschreiten, damit ausreichend Zeit bleibt, gegebenenfalls noch Änderungen nach der ersten Anprobe durchzuführen. Dies gilt natürlich auch bei dem Kauf eines bereits verfügbaren Anzugs, denn selten passt dieser auf Anhieb. Normalerweise dauert eine individuelle Anfertigung vier bis sechs Wochen, die Änderungen zwei bis drei Tage.
Viele nehmen sich auch vor, für die Hochzeit abzunehmen. Unsere Spezialität sind Hosen mit verstellbarem Bund, die sich dafür ideal anbieten. Ohne Gürtel sieht es nicht nur besser aus, sondern es ist auch bequemer. Man spart den Gürtel und hat bis zwei Kilo Spielraum bei der Weite. Wichtig ist natürlich ebenso, dass der Rahmen der Hochzeit vorher feststeht, so dass der Anzug zum Kontext passt. Wird es eine kirchliche, standesamtliche oder gar eine Strandtrauung sein und wie sieht in etwa das Brautkleid aus? Wird es eine gesetzte Feier geben, wie soll der Dresscode für die Gäste lauten? Soll abends der gleiche Anzug wie tagsüber getragen werden oder braucht man sogar zwei? All dies sollte bereits geklärt sein, bevor sich der Bräutigam auf die Suche macht.

Wie stimmt man am besten das Outfit auf das der Braut ab?
Meistens ist das Kleid crèmefarben oder weiß. Ist es nicht in einer der beiden Farben, wäre es besser, wenigstens den Grundton zu kennen. Je mehr man weiß, desto besser, denn das Brautpaar möchte ja an seinem großen Tag auch optisch eine Einheit darstellen, selbst wenn die Braut im Vordergrund steht. Daher werden meist Farbe und Details des Brautkleids bei Accessoires wie Einstecktuch und Krawatte aufgegriffen.
Doch das Outfit sollte auf jeden Fall auch zum Umfeld, zum Veranstaltungsort passen. Am Strand ist etwas anderes als in einem Schloss.
Ideal ist, wenn die Braut beim Kauf des Anzugs dabei ist. So hat sie die Möglichkeit, den perfekten Anzug mit auszusuchen, ohne dass sie ihr Brautkleid vorher im Detail beschreiben muss.

Worauf ist beim Anzugkauf besonders zu achten?
Drei Kriterien sind beim Anzugkauf entscheidend: das Material, die Verarbeitung und natürlich die Passform. Je nach Jahreszeit und Temperatur sollte ein entsprechendes Material gewählt werden. Gerade im Sommer ist es wichtig, dass es leicht ist. Muss man zum Hochzeitsort anreisen, ist ein Material von Vorteil, das nicht so schnell knittert. Hat man das schon mal berücksichtigt, folgt der Komfort. Gewicht, Faser und Webart des Materials sind zwar Geschmackssache, doch ein qualitativ hochwertiges „erholt“ sich nach dem Tragen und hängt sich aus, und fühlt sich natürlich besser an. Es hat einen natürlichen Fluss, einen schönen unaufdringlichen Glanz und passt sich dem Körper beim Tragen an. Daher lohnt es sich, etwas mehr zu investieren.
Bei der Verarbeitung gilt zu beachten, dass ein Anzug immer schneiderhandwerklich verarbeitet sein sollte, d.h. mit loser Einlage, wenn man ein Maximum an Tragekomfort und -gefühl haben möchte. Durch eine Fixierung verliert der Stoff seine Natürlichkeit und seine exklusiven Eigenschaften. Er hat nicht die Möglichkeit, sich an den Körper anzupassen.
Entscheidend ist letztendlich die Passform. Das hochwertigste Material, die exklusivste Verarbeitung nutzen nichts, wenn der Anzug nicht passt. Er sollte wie ein Handschuh, körpernah, sitzen. Darüber hinaus müssen die Körperproportionen optimiert werden. So ist es bei einem kurzen Oberkörper wichtig, dass er durch ein etwas längeres Sakko oder einen längeren Ausschnitt optisch gestreckt wird.

Welche sind die wichtigsten Accessoires für einen Bräutigam?
Die Krawatte, wenn man bedenkt, dass der Mann eigentlich nur zwei Muss-Accessoires hat (Krawatte und Manschettenknöpfe). Mit der Krawatte kann man einen besonderen Akzent setzen und im Umkehrschluss leider auch das ganze Outfit ruinieren. Eine Blume im Knopfloch unterstreicht den besonderen Anlass und den romantischen Charakter der Veranstaltung. Die Farbe der Blume auf das Brautkleid abzustimmen ist eine Möglichkeit. Perfekt ist es, wenn der Mann eine Blume wählt, die auch für den Brautstrauß verwendet wird.

Mit welchem Preis ist zu rechnen?
Der Preis ist natürlich in erster Instanz davon abhängig, ob der Bräutigam einen Anzug von der Stange oder einen maßgefertigten wählt. Dann ist das Material entscheidend. Bei uns findet man einen Anzug ab ca. 800 Euro, ein Hemd ab etwa 130 Euro. Bei Maßanfertigungen sind rund 25 Prozent aufzuschlagen. Krawatten beginnen bei 70 Euro, spezielle Verarbeitungen wie Plissée, geflochten etc. bis zu 260 Euro. Wir haben auch Krawatten für 1.500 Euro, diese sind mit 1400 Swarovski-Steinen besetzt.

Gibt es derzeit einen Anzug-Trend?
Viele unserer Kunden möchten den Anzug gerne auch nach der Hochzeit noch nutzen. Ansonsten werden derzeit verstärkt Smokings verlangt. Gehröcke sind weniger gewünscht. Bei den Hemden und Krawatten bieten wir hauptsächlich crème an. Das sieht sehr edel und elegant aus.
Wie bereits kurz erläutert, finde ich, dass das Paar optisch eine Einheit bilden sollte. Ein bisschen wie Yin und Yang. Alles sollte im Gleichgewicht sein. Bestimmte Farben oder Details können gespiegelt werden. Aber der Mann sollte die Frau nicht übertrumpfen. Dennoch sollte er Strahlkraft haben. Weniger ist mehr. Mehr übermüdet das Auge und überdeckt den Träger. Die Schwierigkeit ist, den Bräutigam von den Gästen abzuheben, ohne dass er extrem dekoriert wirkt.


(Ausg. 03/2009)



Cem-Mustafa Inhaber von ABACI
Cem-Mustafa Abaci,
Inhaber von ABACI


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