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Mehr als nur ein Accessoire

Die Krawatte – schon mehrfach war sie totgesagt, doch niemals ist sie aus unserem Leben verschwunden. Schließlich wusste schon Oscar Wilde: „Eine gut gebundene Krawatte ist der erste wichtige Schritt im Leben.“

Wenn man die Krawatte als Abwandlung des Halstuchs oder Schals betrachtet, ist ihre Ge-schichte eine sehr lange. Denn dann begleitet die Krawatte den Menschen mit Sicherheit seit der Frühzeit des Spinnens und Webens – schon damals gab es längliche Stoffstücke, die man sich zum Schutz vor Kälte oder zur Zierde um den Hals legte. Um 210 vor Christus. ließ der erste Kaiser von China ein Heer aus 7.500 lebensgroßen Terrakotta-Soldaten herstellen, die seine Grabstätte bewachen sollten. Alle Krieger trugen längliche, gebundene Stofftücher um den Hals. Diese Tücher sind damit die älteste bekannte Darstellung eines Krawatten­vorläufers. Die moderne Krawatte, wie wir sie heute kennen, entstand schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Welcher Knoten passt zu mir?
Die Vorstellung, dass es bei Krawatten keine Unterschiede gibt, ist längst überholt. Doch noch immer sind viele Männer erstaunt, wenn sie hören:Krawatten sollten auf den jeweiligen Hemdkragen, die Figur und Gesichtsform des Mannes sowie die Körpergröße abgestimmt sein.

Für große Männer gilt unbedingt:
Verwenden Sie am besten schlichte Krawattenknoten ohne viele Windungen, damit das Krawatten-Ende in jedem Fall mit dem Gürtel abschließt. Denn ein kleiner Knoten würde an einem Mann jenseits der 1,80 m eindeutig verloren wirken.
Bei kleinen Männern gibt es ein anderes Problem: Oftmals hängt die Krawatte weit über den Gürtel herunter und das schmale Ende der Krawatte ist länger als das breite. Einzige Lösung hierfür wären aufwändig gebundene, dicke Krawattenknoten mit vielen Knotenschritten, doch gerade bei zierlichen Personen mit schmalen Gesichtsformen wirken diese Knoten meistens störend.

Bei eher eckigem Gesicht sollten Sie von einem schmalen Knoten absehen. Entscheiden Sie sich vielmehr für voluminöse Stoffe, damit Ihre Krawattenknoten dementsprechend groß und damit passend zu Ihren Gesichtszügen wirken. Zeigen Sie zudem ruhig etwas Mut zur Farbe, weiche Muster gleichen eckige Gesichtszüge aus.

Sie gehören zu dem Typ Mann mit eher rundlichen Gesichtszügen? Als Motto für das rundliche Gesicht gilt: Kontraste setzen! Streifenmuster beispielsweise bringen bei etwas weicheren Gesichtszügen etwas Markantes in das Gesamt­erscheinungsbild.
In Deutschland lange Zeit eher abwertend als „Kulturstrick” bezeichnet, ist die Krawatte in diesen Tagen wieder absolutes Must-have für den stilbewussten Mann. Ob sportlich zu Shorts und Jacket, rustikal zu Strickjacke oder elegant zum Dreiteiler – die Vielseitigkeit dieses beliebten Männeraccessoires ist nicht zu übersehen.
Und: Krawatten verbinden, darüber ist sich der Fachautor Hermann Held sicher:
„Eine schöne oder ungewöhnliche Krawatte ist einfach ein Kommunikationsartikel, sie löst Gespräche aus – im Restaurant, beim Meeting, einfach überall.“


Nina Pohlmann: Krawatten-Knigge,
128 Seiten, Gräfe und Unzer Verlag,
12,90 Euro,
ISBN: 978-3-8338-0518-9



(Ausg. 04/2007)




Der einfach oder halbe Windsor
Unter den leicht asymmetrischen Knoten ist er der Kompakteste. Er ist ideal für mittelschwere Krawatten, vor allem wenn sie ein wenig kürzer ausfallen. Das breite Krawattenende über das schmale nach links legen, dann nach oben durch die Halsschlinge führen, nach unten ziehen und unter dem schmalen Ende nach rechts legen. Das breite Ende wieder nach links über das schmale führen und wieder durch die Halsschlinge nach oben führen. Schließlich durch die entstandene Schlaufe ziehen und den Knoten zurecht lege.n



Der Diagonale
Der wohl ungewöhnlichste und am schwierigsten zu erlernende Knoten ist „der Diagonale“. Am besten wirkt er in Kombination mit unifarbenen Krawatten und schlichten Mustern. Das breite Ende über das schmale nach links kreuzen, unter dem schma­len hindurch nach rechts führen und einmal um das schmale Ende wickeln, so dass es wieder nach rechts zeigt. Das breite Ende jetzt von vorn durch die Halsschlinge nach links ziehen und durch die vorher entstandene Schlaufe nach unten führen. Den Knoten unter leichtem Drehen festziehen und in Form bringen.

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