|
Das liebe Standesamt
Die Weddinghelferin Barbara McMahon verrät, wo es in Deutschland die schönsten Standesämter gibt und was Sie zum Thema Standesamt wissen sollten.
Immer mehr Paare heiraten mittlerweile nicht mehr in der Kirche. Entweder organisieren sie eine freie Trauungszeremonie oder das Standesamt gewinnt an Bedeutung.
Ein Problem dabei ist, dass nicht alle Trausäle viele Gäste fassen. Seit kurzem ist zwar die Trauung unter freiem Himmel zumindest in Bayern offiziell erlaubt, allerdings liegt es im Ermessen der einzelnen Standesämter, ob dies nun durchführbar ist oder
nicht.
Heirat ist nicht mehr nur ein formeller Akt in sachlicher Atmosphäre. Auch wenn wir es seit 1876 hier in Deutschland mit dem Eheschließungsmonopol des Staates zu tun haben: Das Besondere der Zeremonie soll unterstrichen werden. Immer mehr Standesämter kommen deshalb dem Bedürfnis nach einem Erlebnischarakter der Hochzeit nach und stellen attraktive und auch ungewöhnliche Räumlichkeiten zur Verfügung. Für diese speziellen Angebote werden meist zusätzliche Gebühren erhoben.
Wo es euch beliebt
Gerade in größeren deutschen Städten wie München ist die Auswahl der Trausäle allerdings sehr begrenzt. So gab es in der bayerischen Landeshauptstadt bis Anfang 2009 nur drei Trausaal-Möglichkeiten! Auf Drängen vieler Brautpaare kamen für wenige ausgewählte Termine zwei weitere Locations hinzu. Die Nachfrage nach diesen Alternativen ist groß, denn die neu gewidmeten Säle fassen mehr Personen und sind festlicher. „Wir möchten, dass der Rahmen stimmig, festlich und besonders ist, das geht nur in der richtigen Örtlichkeit“, so der gängige Wunsch.
Mit der Änderung der Vollzugshinweise des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zu den Eheschließungsorten im September 2009 schienen die Möglichkeiten für standesamtliche Trauungen zumindest in Bayern gelockert zu werden. Von der Hochzeit unter freiem Himmel war da in der Presse die Rede. Mutmaßungen über das standesamtliche Ja-Wort in Parkanlagen wie dem Englischen Garten wurden plötzlich laut.
Was es damit wirklich auf sich hat? „Die Örtlichkeit der standesamtlichen Trauung bedarf weiterhin eines personenstandrechtlichen Organisationsaktes, das heißt einer so genannten Widmung“, sagt Gerhard Benedikt, Leiter des Standesamtes Münchens. So liege es in der Organisationshoheit jeder Gemeinde, in welchen Räumlichkeiten beziehungsweise an welchen Orten standesamtliche Trauungen durchgeführt werden. Laut Gerhard Benedikt muss jede Gemeinde selbst entscheiden, wie sie personell aufgestellt ist. Und: Die Beurkundung müsse frei von Witterungseinflüssen wahrgenommen werden können. So braucht ein Standesamt, das sich auf die Trauung unter freiem Himmel einlässt, immer eine Schlechtwetter-Alternative. Denn eines ist klar: Geheiratet wird in guten wie in schlechten Tagen.
Gut zu wissen
Die meisten Brautpaare heiraten in ihrem Wohnort und dort müssen auch alle Unterlagen eingereicht werden. Für den Fall, dass sich das Wunschstandesamt in einer anderen Stadt befindet, muss trotzdem im Heimatort die Anmeldung inklusive aller Formalitäten erfolgen, die Beamten leiten dann die Papiere und Formulare weiter.
Für die Anmeldung der Hochzeit ist es erforderlich, den Personalausweis oder den Reisepass vorzulegen. Beide Partner müssen gemeinsam bei der Anmeldung zugegen sein. Eine beglaubigte Abschrift aus dem eigenen Geburtenregister ist vorzulegen. Besonderheiten ergeben sich noch, wenn das Paar Kinder hat oder wenn die Partner schon einmal verheiratet waren.
Aus der Zeit des so genannten „Aufgebots” stammt der Brauch, Trauzeugen zu benennen. Bis 1998 war es vorgeschrieben, dass eine Hochzeit öffentlich angekündigt und im Standesamt ausgehängt wurde. Der Grund dafür war, dass gegen die Heiratsabsicht von anderen Einspruch erhoben werden konnte.
Heute ist die Anwesenheit von Trauzeugen nicht mehr vorgeschrieben, aber eine schöne Tradition und ein großer Vertrauensbeweis ist es trotzdem, enge Freunde, Geschwister oder andere Verwandte um diese Gefälligkeit zu bitten. Voraussetzung dafür ist, dass der Trauzeuge volljährig ist und über einen gültigen Personalausweis verfügt.
Für diejenigen, die nur standesamtlich heiraten wollen, stellt die Eheschließung den offiziellen Höhepunkt des Hochzeitstages dar und sie wünschen sich eine schöne und festliche Zeremonie. Wenn man Glück hat, gehen die Standesbeamten besonders in kleineren Städten und auf dem Land in Absprache mit dem Brautpaar auf spezielle Wünsche ein.
Die Eheschließung dauert meist zehn bis 30 Minuten. Eine musikalische Umrahmung ist dabei möglich, ob mit CD-Player oder live. Freunde und Verwandte können nach der Zeremonie vor dem Standesamt das Brautpaar noch mit Aktionen überraschen.
Von Schokolade bis Leuchtturm
Hier finden Sie drei Beispiele außergewöhnlicher Locations für standesamtliche Hochzeiten:
Für alle Naschkatzen ist das Schokoladenmuseum in Köln perfekt. Seit 1993 können Paare ihre standesamtliche Hochzeit im Schokoladenmuseum feiern. Die Bel Etage ist seit 2006 ein offizielles Trauzimmer des Kölner Standesamtes. Es ist 200 qm groß und bietet Platz für 70 Personen. Kosten: ab 350 Euro. Infos: www.schokoladenmuseum.de
Telefon: 0221-93 18 88 17.
Für alle Sternenhimmel-Fans: In der Archenholdsternwarte in Berlin im Treptower Park finden ebenfalls Trauungen statt. Eine Stunde dauert die standesamtliche Zeremonie im Planetarium. Anschließend kann das Brautpaar mit bis zu 35 Gästen im separaten Raum auf die Hochzeit anstoßen. Das Dach der Sternwarte ist ideal für Hochzeitsfotos.
Infos: www.astw.de
Telefon: 030-61 72 24 71.
Der Norden ruft: Das höchste Standesamt im Norden Deutschlands liegt auf der Nordseehalbinsel Pellworm Br.: 54° 29‘49‘‘ N, Lg.: 008°40‘02‘‘E. Dieser einmalige Trauungsort mit der unvergesslichen seemännischen Zeremonie hat sich bereits herumgesprochen. Sie fahren bis vor das Eingangstor des Leuchtturmgeländes und werden dort vom Veranstalter Kapitän Wilfried Eberhardt und dem Standesbeamten herzlich empfangen. Der Aufstieg über 140 Stufen in das höchste Leuchtturmstandesamt führt Sie an verschiedenen Decks vorbei, die liebevoll maritim ausgestattet sind. Nach der standesamtlichen Trauung folgt ein seemännisches Zeremoniell mit Kapitän Eberhardt. Danach geht es auf die Aussichtsplattform des Leuchtturms. Der Sektempfang findet ein paar Decks tiefer statt. Bei der Leuchtturm-Trauung ist Platz für bis zu neun Personen. Terminvereinbarungen werden mit Kapitän Wilfried Eberhardt abgestimmt.
Infos: www.leuchtturm-hochzeit.de
Telefon: 04844-99 08 80 oder 0171-787 00 05.
|
|

Heiraten will gelernt sein! Damit bei der Hochzeit alle Rahmenbedingungen stimmen, gibt es erfahrene Hochzeitsplaner wie Barbara McMahon. Seit 2001 organisiert sie mit ihrem Weddinghelfer-Team Hochzeiten in Bayern, Österreich, Italien oder weltweit. Barbara McMahon berichtet im Hochzeitsplaner als Hochzeits-Expertin von ihren Erfahrungen.
www.weddinghelfer.de

Fotos: Weddinghelfer München |